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Haste schon Sonnenstrom?

Holger Klopfleisch sagt Hauseigentümern, wie es geht und wann es Sinn macht / Hitzesommer 2010 brachte viel

Von Heike Bergt

LEHNITZ - Natürlich hat Holger Klopfleisch selbst auch Sonnenkollektoren auf dem Dach. Allerdings seien Lehnitzer Häuser meist nicht prädestiniert: zu viele Bäume, zu viel Schatten. „Wenn ich es nicht guten Gewissens empfehlen kann, rate ich ab“, so der gebürtige Thüringer, der seit zwei Jahren seinen Firmensitz in Lehnitz hat. „Haste schon Sonnenstrom?“, so das Motto der Firma Solarpartner Berlin-Brandenburg GmbH, die aus der USUES Solartechnik hervorgegangen ist. Zwar habe er weiter Kunden in Thüringen und Sachsen, der 48-Jährige möchte sich aber künftig auf hiesige Interessenten konzentrieren.

Lohnen sich Photovoltaikanlagen überhaupt nach dem Absenken staatlicher Zuschüsse noch? Ab Januar 2011 gibt es nur noch 28 statt bisher 33 Cent pro eingespeister Kilowattstunde. Die Zeiten einer 20-Prozent-Rendite seien zwar vorbei, „doch mit einem guten Dach kann man sich ein solide Basis aufbauen“, sieht es der Solartechniker. Ein gutes Dach, das ist für ihn eine große Fläche gen Süden mit einer 30-Grad-Neigung. Bei einer Sieben-kW-Anlage und 33 Cent pro kWh sind im Jahr rund 2130 Euro zu verdienen, über 20 Jahre rund 42 000 Euro, rechnet er vor. Natürlich reduziere sich das nun. Doch auch die Kollektoren werden günstiger.

Bei Sonnenstrom hat der Kunde drei Möglichkeiten: die Gesamtausbeute ins öffentliche Netz einzuspeisen, einen Teil selbst zu nutzen oder gänzlich Selbstversorger zu werden und sich Speicher zuzulegen. Die Zukunft liegt für Klopfleisch darin, autark zu sei. Allerdings brauche die technische Entwicklung „noch zwei Jahre“, dann würden Speicher in der Größe von Thermen die bisherigen Akkus ablösen.

Geeignet für eine Photovoltaikanlage sei quasi jedes Dach. Auch nachrüsten sei problemlos. Inzwischen gebe es Module in allen Größen. Regen reiche in der Regel, die Kollektoren nach Trockenheit vom Staub zu befreien. Bisher hat Holger Klopfleisch zusammen mit Elektrikern vor Ort rund 200 Voltaikanlagen auf Dächern installiert. Rund um Oranienburg. In seiner Hand liegt das Komplettpaket von der Beratung, über den Vertrag mit dem Energieversorger zu Einspeisung des Stroms bis zu Installation des Wechselrichters und der Inbetriebnahme der Anlage.

Kritisch sieht Klopfleisch, dass Banken heute leichter Autos finanzieren als zukunftsweisende Solartechnik. Da wünscht er sich ein Umdenken. Auf jeden Fall haben Brandenburger vom heißen Sommer 2010 besonders profitiert: Im Juni und Juli haben Inhaber von Solaranlagen „ihr Geld fürs ganze Jahr reinbekommen“.